Fanatische Begeisterung gehört ebenso zur Kunst wie die akribische Pflege des Missfallens, des Verreißens und der Kritik.
In seinem Buch »Wut und Wertung« analysiert der Literaturwissenschaftler Johannes Franzen, warum Konflikte über Geschmack, Kunst und Kanon nicht selten in Eskalation enden und gleichzeitig essentieller Bestandteil der kulturellen Debatte sind.
Ein Gespräch über den ökonomischen Wert kultureller / kreativer IPs (intellectual property) und warum kostenintensive Produktionen nicht selten irrelevant bis schlecht sind, über die Entwicklung von New Hollywood zu Blockbustern zum Independentkino, warum Videospiele als Kulturinhalte und gegen den Trend des “second-screening” wirken, über avantgardistische und populistische Kunst, Kontroversen um Serien wie “The Witcher” und “Ringe der Macht”, Shakespearesche Königsdramen a la “Yellowstone” und die Erkenntnis, dass ein Spinoff, ein Prequel oder Remake, gleichwohl kreativ verarmt und blutleer, die oft beschworene Kindheit nicht zu ruinieren vermag, sondern wir einfach älter geworden sind.
Foto von Marion Koell
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